Emp­feh­lun­gen zum Thema Gold Open Access
Gern kön­nen Sie unten einen Kom­men­tar zu den Emp­feh­lun­gen in die­sem The­men­feld hin­ter­las­sen.
Emp­feh­lung 1 | Gold Open Access

Freie Zugäng­lich­keit zu Publi­ka­tio­nen am ori­gi­nä­ren Publi­ka­ti­ons­ort stellt in lang­fris­ti­ger Per­spek­tive einen wün­schens­wer­ten Ziel­zu­stand dar. Auf­grund der bis­her sicht­bar gewor­de­nen Pro­bleme mit durch APC finan­zier­tem Open Access sind die wis­sen­schafts­för­dern­den Orga­ni­sa­tio­nen auf­ge­for­dert, die Ent­wick­lung wei­te­rer Gold Open Access Geschäfts­mo­delle zu unterstützen.

Adres­sa­ten: wis­sen­schaft­li­che Förderorganisationen


Emp­feh­lung 2 | Gold Open Access

Mono­gra­phien und Sam­mel­bände sind für weite Berei­che der Geis­tes– und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten wich­tige Publi­ka­ti­ons­me­dien. Um auch in die­sem Bereich die freie Zugäng­lich­keit und Nutz­bar­keit am ori­gi­nä­ren Publi­ka­ti­ons­ort her­zu­stel­len, sind die for­schungs­för­dern­den Orga­ni­sa­tio­nen auf­ge­for­dert, die Ent­wick­lung wett­be­werb­li­cher Geschäfts­mo­delle unter Betei­li­gung der hier ein­schlä­gi­gen Fach­ge­sell­schaf­ten zu unter­stüt­zen und ent­spre­chende Finan­zie­rungs­wege zu institutionalisieren.

Adres­sa­ten: wis­sen­schaft­li­che Förderorganisationen

Emp­feh­lung 3 | Gold Open Access

Der Markt für elek­tro­ni­sche Publi­ka­tio­nen setzt auf der Seite der Anbie­ter hohe Inves­ti­tio­nen in digi­tale Pro­duk­ti­ons– und Ver­triebs­struk­tu­ren vor­aus. Inno­va­tive Gold Open Access Geschäfts­mo­delle und das Ent­ste­hen eines wett­be­werb­lich gepräg­ten Markts kön­nen durch die öffent­li­che För­de­rung von „Open Source“ Pro­jek­ten zur Ent­wick­lung von digi­ta­len Publi­ka­ti­ons­in­fra­struk­tu­ren (für Pro­duk­tion und Ver­trieb digi­ta­ler Publi­ka­tio­nen), die für jeder­mann zur Ver­fü­gung ste­hen, unter­stützt werden.

Adres­sa­ten: Wissenschaftspolitik

Kom­men­tare

  • Ein­ge­la­de­ner Kommentar

    Nico­las Apos­to­lo­po­lous, Lei­ter des Cen­ters für Digi­tale Sys­teme (CeDiS) über Gold Open Access und das Hos­ting von Jour­nale auf der Platt­form Open Jour­nal Systems

    https://www.youtube.com/watch?v=JeDK8RXgzTE

  • Alex­an­der Grossmann

    Ich bin etwas ver­blüfft, nach­dem ich heute die lange erwar­tete Stel­lung­nahme und Emp­feh­lung gele­sen habe. Die ein­ma­lige Chance, dass die BBAW ihrem Vor­bild­cha­rak­ter für die Ent­wick­lung von Leit­li­nien für die Wis­sen­schafts­kul­tur– und Poli­tik gerecht wird, wurde auf der gan­zen Linie ver­passt. Nur ein Bei­spiel: Die Emp­feh­lun­gen der BBAW für „Gold Open Access“ lau­ten zusam­men­ge­fasst nicht anders, als schon in der Buda­pest– und Berlin-Erklärung zu Open Access vor mehr als zehn Jah­ren for­mu­liert. Was ist hier neu oder wo sind kon­krete Maß­nah­men beschrie­ben, die der Leit­funk­tion einer Aka­de­mie gerecht wür­den? Man sucht ver­geb­lich. Dring­li­che und lange über­fäl­lige Ver­än­de­run­gen wer­den sel­ten aus­schließ­lich dadurch in die Tat umge­setzt, dass man nur stets ihre Not­wen­dig­keit wie­der­holt. Es müs­sen auch kon­krete Anlei­tun­gen oder Maß­nah­men fol­gen, die sich in der Stel­lung­nahme aller­dings kaum fin­den las­sen oder vage blei­ben. Gera­dezu tri­vial liest sich bei­spiels­weise die „Emp­feh­lung“, dass die wis­sen­schafts­för­dern­den Orga­ni­sa­tio­nen „Gold-OA“-Geschäftsmodelle wei­ter unter­stüt­zen sol­len, was sie wie die DFG ja bereits tun. Aber eine Lösung des der­zei­ti­gen Pro­blems der Finan­zie­rung von Open Access beim über­fäl­li­gen Über­gang weg vom geschlos­se­nen Zugang zu wis­sen­schaft­li­cher Lite­ra­tur oder weit über­zo­ge­nen OA Artikel-Gebühren (APCs) hin zu offe­nen, digi­ta­len Pro­duk­ten sucht man ver­geb­lich. Aber besteht denn über­haupt die­ses „Pro­blem“? Mit­tel in mehr­stel­li­ger Mil­lio­nen­höhe ste­hen den Biblio­the­ken der­zeit in Deutsch­land jähr­lich zur Beschaf­fung von Perio­dika zur Ver­fü­gung, welt­weit mehr als 10 Mil­li­ar­den Euro. Es wären also keine zusätz­li­chen Mit­tel erfor­der­lich, um öffent­li­che finan­zierte For­schung auch öffent­lich zugäng­lich zu machen, wenn sich Insti­tu­tio­nen oder Aka­de­mien zu einem kla­rem Votum durch­rin­gen wür­den, dass die vor­han­de­nen Mit­tel in Zukunft stär­ker zweck­ge­bun­den für Open Access ein­ge­setzt wer­den sol­len, statt in immer teu­rer wer­den­den Sub­skrip­tio­nen für Perio­dika, wie Fach­zeit­schrif­ten, zu ver­si­ckern. Die­sen Teu­fels­kreis kann man nur durch­bre­chen, wenn man den Mut hat, an einer Stelle den ers­ten Schritt zu gehen. Uni­ver­si­tä­ten wie Leip­zig oder Kon­stanz haben unlängst erste Zei­chen gesetzt, als sie Abo-Verträge mit Groß­ver­la­gen genau aus die­sem Grunde kün­dig­ten. Aber es fehlt die Unter­stüt­zung auf brei­ter Linie — hier hätte die BBAW auch Zei­chen set­zen kön­nen — und müs­sen. Eine maß­lose Ent­täu­schung.
    Punkt 2 und 3 lesen sich eher als ein Frei­brief für die Aus­deh­nung der För­de­rung von kom­mer­zi­el­len Ver­la­gen, statt zur Schaf­fung einer offe­ne­ren und freien Publi­ka­ti­ons­kul­tur: Maka­ber dabei ist, dass bereits heute jeder Ver­lag, der es ernst­haft will, pro­blem­los und ohne nen­nens­werte zusätz­li­che Kos­ten digi­tale Pro­dukte anbie­ten kann, was gerade in den Geis­tes– und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten seit Jah­ren bewusst nur zöger­lich pas­siert. Ver­lage als jahr­hun­der­te­alte Prot­ago­nis­ten der Ver­brei­tung wis­sen­schaft­li­cher Lite­ra­tur wer­den in der oben zitier­ten Emp­feh­lung aber gar nicht ange­spro­chen, obwohl es ihre markt­wirt­schaft­li­che Rolle und eben auch gesell­schaft­li­che Pflicht wäre, das Ange­bot in dem Umfang bereit­zu­stel­len, wie es der Markt, also die Wis­sen­schaft heut­zu­tage seit etli­chen Jah­ren for­dert.
    Schade, ins­ge­samt eine ver­passte Chance.